Als erstes: Um es klar zu stellen, ich brauche dringend einen neuen Namen dafür haha. Link up klingt wie LinkedIn. Aber mir fällt gerade nichts besseres ein. Und: hier ist ein Laie am Werk. Ich interessiere mich in erster Linie für Politik an sich. Das Internet & Programme sind hier nur die Werkzeuge, die mich hier am meisten interessieren.
Konzept Entwurf 3 working title “link up”:
Soziale Medien Plattform die nicht über das Internet verbreitet wird, sondern über das Sneakernet.
Interface basierend auf Geodaten, Treffpunkten, einer Datenbank zur Vernetzung von Informationen & Meinungen.
Datenaustausch in Kombination von 5 Komponenten:
– P2P Netzwerk; eventuell nur über wired connection, nicht wireless
– Geographische Verankerung
– Soziale Interaktion & Vernetzung von Gruppen
– Öffentliche und niedrige Schwelle für Zugänglichkeit
– Ausdrückliche Intention als Werkzeug für politischen Austausch (unabhängig von inhaltlicher Substanz, oder polarer Zugehörigkeit (links-rechts), aber unter Ausschluss von gewalttätigem Extremismus)
Es gibt hier 2 wichtige Module die in ihrer Kombination neu sind:
- P2P Austausch. Nutzung digitaler Werkzeuge mit klarem Fokus auf echte soziale connection und Treffen.
- Software für politischen Austausch. Mit Fokus auf 1. Möglichkeiten für Stellungnahme, Solidarisierung, Meinungsbildung in der Bevölkerung, Machtspielraum des Individuums und offene Aussprache, Minimierung von gatekeeping. 2. verständliche Darstellung von Machtverhältnissen, Rechten und tatsächlichem dokumentierteren Einfluss zwischen den Komponenten: individuelle konkrete Aktion; abstrakter policy support; kollektive Aktion; institutional level: support and Opposition von Akteuren in Ämtern; concrete policy.
Woher kommt die Idee?
Ich bin auf diese Idee gekommen weil ich diesen arte Beitrag über das „Sneakernet“ gesehen habe. Beziehungsweise eigentlich geht es in dem Beitrag um bereits existierenden sozialen Austausch über das Sneakernet und wie es funktioniert.
Wiki “Sneakernet”: “Turnschuhnetzwerk (engl.: sneakernet, sneaker-net oder sneaker net) ist ein eher ironischer Begriff für den Austausch von Daten zwischen zwei oder mehreren Computern, der nicht über ein herkömmliches Rechnernetz, sondern per Datenträger (beispielsweise Diskette oder USB-Stick) oftmals zu Fuß zwischen zwei Computern stattfindet.“
Also ist das SN wie ein P2P Netzwerk. Aber halt rudimentär und mit Fokus auf sozialer Interaktion und Datenträgern statt einem drahtlosem Netzwerk. Mein spin auf das Grundkonzept was in dem Arte Beitrag gezeigt wird ist, eine Software zu erstellen, die das Sneakernet besonders im urbanen Raum einfach und praktikabel nutzbar macht. Also eine Art Datenbank, mit gutem UI, die über das Sneakernet übertragen wird.
Wie ich mir das genau vorstelle:
- Modul
Harddrives werden an echten geographischen Orten in der Welt installiert.
-> öffentliche Harddrives
Das Programm wird durch automatische Löschung so schlank gehalten, dass es sich stets auf Datenträgern bis zu 10-32GB maximal in der Tasche transportieren lässt. Also z.B. eine SD Karte
-> persönliche Harddrives
- Beim Übertragen der Daten vom persönlichen zum Öffentlichen Harddrive aktualisieren sich die beiden Datenbanken summierend gegenseitig.
- Um das Programm klein zu halten werden Datensätze, die nicht mehr aktuell sind, nach einem festgelegten Zeitraum gelöscht. Entweder als hard cut (nach 2 Wochen) oder zB. Mit der Schwelle, dass sie gelöscht werden, wenn sich nicht mehr aktuell auf sie bezogen wird.
- Kein Upload von Dateien, sondern eine Art Datenbank, die Links miteinander verknüpft.
- Diese Links werden in die Datenbank eingespeist über die speziell dafür öffentlich installierten Harddrives.
-> Wie ein Internet, aber nicht drahtlos.
- Beim Upload wird den hinzugefügten Daten ein Marker angehängt, an welchem Ort in der Stadt die Information in die Datenbank eingespeist wurde (und wann?), sowie ein selbstgewählter Nutzername. Und evtl. durch wen die Information übertragen wurde zu dem öffentlichen Harddrive an dem man die Information erhalten hat.
- Die UI besteht hauptsächlich aus einer Ansicht, die diese Daten visuell gut darstellt. Z.B. einerseits eine Karte, wo man sehen kann an welchen Orten etwas gepostet wurde, ergo wo in der Stadt sich Link Up nutzende Gruppen treffen und was sie interessiert.
- Die Software ist duplizierbar und individuell anpassbar. Man kann eine Link Up Kopie für Freunde haben, man kann eine Link Up Kopie für eine politische Organisation haben, man kann eine persönliche haben usw..
Der große Unterschied zum Internet:
- Es ist lokal und vernetzend für tatsächliche geographische und soziale Gemeinschaft, die auf engem Gebiet zusammen leben!!! Alle geteilten Informationen kommen von Leuten, die tatsächlich vor Ort sind.
- Aber es ist auf einen breiteren Austausch ausgelegt als zum Beispiel eine Lokal Zeitung, da jeder partizipieren kann.
- Und es ist auf breiteren Austausch ausgelegt als zum Beispiel ein persönliches Gespräch, weil Informationen akkurat und umfassend geteilt, vorbereitet, verbreitet werden können. Auch Informationen von beträchtlicher Komplexität.
2. Modul
Software für politischen Austausch. Mit Fokus auf 1. Möglichkeiten für Stellungnahme, Solidarisierung, Meinungsbildung in der Bevölkerung, Machtspielraum des Individuums und offene Aussprache, Minimierung von gatekeeping. 2. Darstellung von Machtverhältnissen, Rechten und tatsächlichem dokumentierteren Einfluss zwischen den Komponenten: individuelle konkrete Aktion; abstrakter policy support; kollektive Aktion; institutional level: support and Opposition von Akteuren in Ämtern; concrete policy.
z.B. Politische Gruppierungen können sich öffentlich profilieren und Leute ansprechen, die ihnen geographisch nah sind. Andererseits wird die Eintrittsschwelle für politische Gruppierungen weniger exklusiv, da sie leichter zu finden sind und ausdrücklicher ihre Intentionen, Pläne, Ziele postulieren können für Leute, für die eine Mitgliedschaft tatsächlich in Frage käme.
Gedacht als Werkzeug für Leute von allen möglichen politischen Orientierungen. Also nicht nur für Leute, die wie ich sehr links orientiert sind. Sie soll sogar eher im Gegenteil dabei helfen, dass sich politische Akteure auf dem politischen Spektrum nicht voreinander verschließen, sondern wieder mehr im Austausch zueinander stehen, speziell wenn sie unterschiedlicher Meinung sind.
Es geht darum “to Bridge the gap” zwischen unseren politischen Institutionen und der Bevölkerung: Kollektiven und Individuen. Politische Macht zugänglich machen für anderweitig benachteiligte Akteure.
Politik ist für alle und nicht nur für Leute in politischen Ämtern, oder Leute, die in ihrer Peer group reinpassen, sozial gut angesehen sind oder studiert haben.
Es geht mir vor allem darum, die politischen Ebenen der öffentlichen Politik (alles was den Staat involviert) und der privaten Politik (alles was den Staat nicht involviert) besser miteinander zu verknüpfen und dafür zu sorgen, dass man besser versteht, was für Leute wo politisch aktiv sind und wie.
Vor allem in Dimensionen, die nicht konventionell als Politik verstanden werden, bspw. Berufsleben oder ökonomischer Status.
Aber auch nutzbar für anderweitige Domänen. Aus der Musik kann ich ein gutes Beispiel machen: Die Plattform wäre ein super Ort um Infos über lokale Events zu teilen. Z.B. die reine Existenz von krassen Münchner Jazz-Musikern (random Beispiel: Stephan Weiser), über die ich nur durch mein Studium erfahren habe wäre leichter unterstützbar, da sie auf Link Up weniger in Konkurrenz zu Beyonce stehen, weil Beyonce am anderen Ende der Welt ist.
Man schaut nicht mehr Videos von Coachella im Internet an, sondern erfährt über das Musik Festival in der Nachbarschaft, von dem man sonst gar nichts mitbekommen hätte ergo nicht einmal die Chance gehabt hätte dort hinzugehen.
Auch Musiker sein und Live Musik hören ist für alle und nicht nur für Beyonce und Coachella Besucher.
Ich versuche mich zur Zeit an einer Konzeptualisierung für die Software. Dazu gesagt sei, dass ich damit 0 Erfahrung habe.
Beispiel 1 Die fremde Person aus Neuperlach
Wenn „Link up“ existieren würde, wäre sein Hauptaufgabe zwischen mir und der fiktiven „fremden Person in Neuperlach“ aus diesem Beispiel zu vermitteln. Ich lade einen Artikel über bedingungsloses Grundeinkommen auf Link Up hoch, z.B. von meinem Perönlichen Harddrive auf einen Harddrive, der bspw. im Kafe Marat installiert sein könnte. Eine Person die ich nicht kenne lädt sich einige Stunden später die Link Up Kopie aus dem Kafe Marat herunter auf ihren persönlichen Harddrive. Diese Person wohnt in Neuperlach. Dort könnte es ein fiktives Jugendzentrum geben in dem auch ein öffentlicher Harddrive installiert ist. Wenn sie also ein paar Tage später im Jugendzentrum ihre Kopie auf den öffentlichen Harddrive in Neuerlich lädt, dann ist mein Artikel plötzlich in Neuperlach abrufbar. Dort können Leute, wenn sie sich Link Up auf den persönlichen Drive laden, sehen dass ein Mädchen mit dem Namen Franzi öfter im Kafe Marat ist, was sich für bedingungsloses Grundeinkommen interessiert. Dann können sie meinen Artikel lesen und wenn sie im Kafe Marat vorbeikommen können sie entweder eine Antwort posten, einfach nach mir fragen und dort meine Freunde kennenlernen, oder eine andere Nachricht für mich hinterlassen.
So habe ich fremde Leute in Neuperlach erreicht, die sich auch für bedingungsloses Grundeinkommen interessieren und das nur weil eine einzige Person aus Neuperlach Link Up benutzt und manchmal im Café Marat ist.
Beispiel 2 Mein Freund Emmanuel
Mein Freund Emmanuel wohnt in der Maxvorstadt. Er ist Franzose und ein ziemlicher Sozi. Er interessiert sich für zufällig ausgeloste Bürgerräte. Emmanuel hat eine Gruppe an Freunden, die eine Partei gegründet haben, die sich für die Implementation von zufällig ausgelosten Bürgerräten im politischen System Deutschlands einsetzt.
Was würde passieren, wenn diese Leute „Link up“ benutzen würden? Ich könnte persönliche meine Kopie von Link Up mit der von Emmanuel austauschen. Dort könnte ich sehen, was die Leute aus dieser Partei so lesen und worüber sie reden, was sie planen, was sie erreichen wollen, wo und wann sie sich treffen, warum sie das glauben was sie glauben. Ich könnte diese Informationen ganz einfach durch eine einzige Interaktion mit Emmanuel erhalten, ohne mir das alles selbst raussuchen zu müssen und ich könnte sie genauso leicht weiterreichen an Leute, denen ich davon erzählen will, worum es in dieser Partei geht und warum.
Warum ich bei diesem Projekt dringend Hilfe brauche von Leuten die sich auskennen und die in diesem Projekt eine Zukunft sehen:
Ich bin Studentin. Ich bin verliebt in diese Idee. Ich habe kein Geld. Ich verstehe nichts von Informatik. Ich werde suchen, bis ich jemanden finde. Solange ich niemanden finde werde ich mich so gut ich kann selbstständig über Informatik weiterbilden. Rudimentär wäre es wahrscheinlich tatsächlich im Bereich der Möglichkeiten, dass ich es selbst code. Aber das Projekt würde nie im Leben so gut werden, wie wenn mir jemand helfen würde, der sich auskennt.
Politik ist für mich eins der wichtigsten Themen in meinem Leben. Eine politische Plattform wie diese hat mir mein Leben lang gefehlt. Ich würde mir nichts mehr wünschen, als dass die Ideale die diesem Projekt zugrunde liegen Gehör finden. Mein größtes politisches Ziel ist es Bildung zu verbreiten und konstruktiven, informierten Diskurs in der Bevölkerung mehr zu verbreiten. Der Rechtsruck macht mir wahnsinnig Angst und ich würde gerne mit meinen Mitmenschen und Nachbarn zusammenarbeiten. Ich habe das Gefühl konventionelle politische Aktion (z.B. Demos) ist ineffektiv. Sie adressiert nicht die Wurzeln des Problems und bietet wenig Perspektive für effektive Zusammenarbeit. Einerseits auf der Institutionellen Ebene, andererseits auf einer Ebene, wo sie sich leicht und weit in der Bevölkerung verbreiten kann.
Liebe*r Lesende*r: Falls du irgendwas in diesem Konzept Entwurf siehst, bitte ich sehr um deine Mithilfe oder deinen Rat.
Liebe Grüße, Franzi

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